Lisa Klein im Interview über den Boom im Frauenradsport und die Liebe zum RSC

Wir haben die Gelegenheit genutzt und konnten exklusiv mit unserer Olympiasiegerin Lisa Klein sprechen, während sie sich gerade auf dem Weg zum ersten Rennen der anstehenden Radbundesliga-Serie befand.

Foto @maximilian-koenig.com – red (csk)


Im Interview gab sie uns spannende Einblicke in den aktuellen Aufschwung des Frauenradsports, ihre persönliche Entwicklung und ihre Pläne für die Zukunft.

Die 29 jährige Saarländerin bestätigte uns dabei, dass der Frauenradsport aktuell einen historischen Aufschwung erlebt. Höhere Gehälter, eine professionellere Infrastruktur durch namhafte Sponsoren und eine stetig wachsende Medienpräsenz sorgen dafür, dass die Fahrerinnen endlich die verdiente Aufmerksamkeit bekommen. Doch nicht nur im Profi-Peloton tut sich einiges. Auch im Breitensport und vor allem durch den anhaltenden Gravelbike-Trend entdecken immer mehr Frauen die Faszination des Radsports für sich.

Mittendrin in dieser dynamischen Entwicklung steckt Lisa Klein. Nach ihrer intensiven Zeit im Profi-Leistungssport hat sie abseits des großen Drucks die pure Freude am Radfahren wiederentdeckt. Gleichzeitig schlägt sie dabei ein spannendes neues Kapitel auf: Lisa hat erfolgreich ihre A-Trainerlizenz absolviert.

Für den Erwerb ihrer Lizenz hat sich Lisa tief in sportwissenschaftliche Themen eingearbeitet und wendet diese Methoden auch an sich selbst an. Ihr primäres Ziel für die Zukunft steht fest, denn sie möchte ihre wertvollen Erfahrungen und ihr Fachwissen an junge Nachwuchsathletinnen und -athleten weitergeben. Direkt ein Profiteam zu übernehmen, traut sie sich ohne ein größeres Coaching-Team im Hintergrund zwar erst einmal nicht direkt zu, sucht aber aktuell nach passenden Gelegenheiten, um als Trainerin einzusteigen.

Für die Stars von morgen hat Lisa auch direkt ein paar wertvolle Ratschläge parat:

„Eine erfolgreiche Karriere verläuft selten geradlinig. Rückschläge und negative Erfahrungen sollte man nutzen, um gestärkt daraus hervorzugehen. Hartnäckigkeit ist entscheidend.“

Gerade in schwierigen Phasen sei es wichtig, geduldig zu bleiben und auch die kleinen Zwischenziele dankbar zu feiern, selbst wenn Geduld für Spitzensportler oft eine große Herausforderung darstellt.

Trotz ihrer großen internationalen Erfolge vergisst Lisa nie, wo ihre Wurzeln liegen. Der RSC und unsere Trainingsstätte am Munitionsdepot besitzen für sie eine enorme emotionale Bedeutung. Hier hat ihre Karriere begonnen und hier wurde sie von prägenden Förderern wie Michael Spang unterstützt. Bis heute empfindet sie tiefe Dankbarkeit für das ehrenamtliche Engagement im Verein und betont, wie sehr sie die ehrliche Mitfreude ihrer ehemaligen Trainer über ihren Olympiasieg berührt hat.

Wenn sie in Zukunft mal wieder im Saarland ist und gerade kein Radrennen ansteht, steht das Angebot für eine gemeinsame Vereinsausfahrt zur Förderung unseres Nachwuchses.   Geplant sind entspannte Runden ohne Renncharakter. Zitat „Das ist fest versprochen, der RSC muss mich nur fragen und einen Termine, mit mir abstimmen. Ich stehe schon in den Startlöchern“.

Ganz ohne Rennluft geht es dann aber doch noch nicht. Aktuell nimmt Lisa an der Radbundesliga (14.–17. Mai) teil, die sie durch die dichte Abfolge der Renntage wie ein „kleines Etappenrennen“ wahrnimmt. Direkt auf dem Weg dorthin verriet sie uns noch, dass vor dem Start sogar noch Anpassungen an ihrem Ersatzrad vorgenommen werden müssen. Die harte Arbeit hat sich jedoch schon ausgezahlt. Gleich am zweiten Renntag der Liga 2026 konnte Lisa (REMBE – rad-net women) das Zeitfahren in Bad Schussenried für sich entscheiden und gewinnen.

Wir gratulieren Lisa herzlich zu diesem starken Zeitfahr-Erfolg, wünschen ihr weiter viel Erfolg und freuen uns riesig, sie am kommenden Sonntag bei uns am Start begrüßen zu können!